Bräuche und Traditionen

Brauchtum und traditionelle Feste, die Volksfeste, sind einst mit dem Rhythmus der Jahreszeiten entstanden. Bis heute kann man in den verschiedenen Regionen Deutschlands Feste erleben, die eng mit den Vorgängen in der Natur verbunden sind.

Die vier größten Jahrmärkte oder Volksfeste sind das Oktoberfest in München, die Cannstatter Wasen, die Cranger Kirmes und die Größte Kirmes am Rhein. Die Cranger Kirmes in Herne, findet im Jahr 2010 zum 575. Mal statt. Auf einer Kirmes bauen Schausteller aus ganz Deutschland Karussells, Riesenräder, Geisterbahnen und zahlreiche andere Fahrgeschäfte auf. Gebrannte Mandeln und Zuckerwatte dürfen auch nie fehlen.
Aber Deutschland feiert auch in kleinerem Rahmen jährlich wiederkehrende Stadtfeste oder Dorffeste. Die Dorffeste werden oft von örtlichen Vereinen wie der Stadtkapelle, dem Turnverein oder der freiwilligen Feuerwehr organisiert.
In Weinanbaugebieten werden die Weinfeste oder Winzerfeste gefeiert, welche in den Erntemonaten im Herbst stattfinden. Im Gegensatz zum Weinfest gibt es Volksfeste, die im Zeichen des Bieres stehen. Zum Beispiel finden in Bayern nach der Faschingszeit die Starkbierfeste statt. Nach Frühlingsmesse, Sonnenwendfeier, Schützenfest und Winzerfest nähert sich das Jahr seinem Ende zu und die Zeit der Weihnachtsmärkte beginnt.

Frühling | Sommer | Spätsommer und Herbst | Winter

Frühling

blühende Bäume im FrühlingDer überstandene Winter und das Aufblühen der Pflanzenwelt waren schon immer Anlass für große Freudenfeste. Das Christentum hat über die Jahrhunderte das Osterfest entwickelt und ihm seine religiöse Bedeutung gegeben. Das Industriezeitalter dagegen hat Ostern kommerzialisiert. Es beginnt nun bereits im Januar mit der ersten Invasion der Schokoladenosterhasen in die Supermärkte.
Doch es gibt auch andere Frühlingsfeste. Naturliebhaber versuchen mit immer größerem Erfolg, heidnische und ländliche Bräuche wieder zu beleben und damit auch den Vorgängen in der Natur wieder etwas näher zu kommen.

Sommergewinn Eisenach

Als größtes Frühlingsfest Deutschlands rühmt sich das Eisenacher Volksfest, das auf jeden Fall zu den frühesten Frühlingsfesten gehört, denn es findet noch vor Frühlingsanfang statt. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der groß angelegte Umzug am 1. März.
Geschmückte Wagen und kostümiertes Fußvolk defilieren dann vor den Augen der Zuschauer vorüber. Höhepunkt ist das inszenierte Streitgespräch zwischen Herrn Winter und Frau Sunna, das der Winter naturgemäß verliert, worauf er als Strohpuppe verbrannt wird. Die Ursprünge des Festes reichen bis ins Mittelalter zurück, den Festumzug gibt es seit 1897. Mit Fahrgeschäften, Markt und weiteren Festen wird der Sommergewinn eine Woche lang gefeiert.
http://www.sommergewinn.eisenachonline.de/

Osterfeuer

OsterfeuerBesonders in Norddeutschland ist dieser alte Brauch in den letzten Jahren wieder Mode geworden. Jeweils am Samstag vor dem Ostersonntag werden Osterfeuer angezündet. Ihr Ursprung geht auf einen heidnischen Frühlingsbrauch zurück, der später von der Kirche als Austreibungsritual böser Geister gedeutet wurde. Wie auch immer: Besonders in Niedersachsen und Mecklenburg Vorpommern wird der Brauch immer beliebter. Von der Feuerwehr kontrolliert, werden riesige Holzberge aufgeschichtet, deren Niederbrennen mit viel Wein und Grillgut gefeiert wird. In Hamburg, wo sich die Feuer über das ganze Elbufer ziehen, kann man das lodernde Uferpanorama gut vom vorbeiziehenden Schiff aus betrachten.
http://www.osterfeuer-hamburg.de/

Blütenfeste im Mai

In vielen Regionen Deutschlands liefert die Baumblüte den entscheidenden Grund, um groß angelegte Feierlichkeiten zu begehen. Besonders in Gegenden mit einem reichen Obstbaum-Bestand gewinnen diese Naturfeste immer mehr an Bedeutung. Etwa in Werder bei Berlin, wo schon seit über hundert Jahren das Baumblütenfest gefeiert wird, werden nun jährliche Rekordzahlen verbucht. Live-Musik, Fahrgeschäfte und ein großer Markt begleiten die Freudenfeier über den ausgebrochenen Lenz. Man kann aber auch in einen der hundert Obstbauernhöfe einkehren und direkt unter blühenden Bäumen Kaffee und Kuchen genießen.
http://www.baumbluetenfest.de/

Die Kirschblüte mit ihrem zarten Rosa ist besonders schön und wird deshalb auch an vielen Orten Deutschlands gefeiert, so etwa im Weserbergland, in ländlichen Gebieten rundum Hannover und natürlich in Franken, dem „Obstgarten“ unseres Landes.

KirschblüteEin Import aus dem fernen Osten ist das „Japanische Kirschblütenfest“, das inzwischen meist in Zusammenarbeit mit japanischen Gästen an mehreren Orten Deutschlands gefeiert wird, etwa in Teltow, in Rostock und in Hamburg. In Hamburg veranstaltet die japanische Botschaft jährlich ein atemberaubendes Feuerwerk direkt über dem großen Alsterbecken in der Innenstadt.
http://www.japan-feinkost.de/event/hanabi/

Maibaumfeiern

alter Brauch: der MaibaumIn den südlicheren Bundesländern huldigt man dem blühenden Frühjahr mit einer Maibaumaufstellung und vielen Bräuchen drum herum. So pflegen die Rheinländer ihre Frühlingsgefühle mit den sogenannten „Liebesmaien“. Ungebundene junge Herren stellen dann ein Maienbäumchen in den Garten der Herzensdame. Der Brauch hat sich auch schon der Verstädterung angepasst und „Liebesmaien“ werden inzwischen auch in Form von schön gestalteten Botschaften abgegeben.

In Bayern ist auch das Maibaumstehlen in der Walpurgisnacht vor dem 1. Mai populär, weshalb die frisch aufgestellten Bäume in dieser Nacht bewacht werden müssen. Anstelle eines echten Baumes haben sich vielerorts kunsthandwerkliche Varianten durchgesetzt. Doch wie auch immer der Baum gestaltet ist, so lange er steht, wird rings um ihn gefeiert. Große Maibaumfeiern kann man z.B. in München miterleben, etwa auf dem Viktualienmarkt und natürlich in vielen Stadtteilen und Ortschaften ringsum.
http://www.ganz-muenchen.de/freizeitfitness/volksfeste/

Eine recht mystische Variante, um den Wechsel von April auf Mai zu feiern, wird im Harz gepflegt, wo die Walpurgisnacht mit ihrem Spuk die Frühlingsfeier bestimmt. Die Nacht vor dem 1. Mai wird als fröhliche Feier der Hexen begangen, die auf dem Höhepunkt der Party losziehen, um dem Teufel auf den Po zu küssen. Wie das auf dem Hexentanzplatz bei Thale in Wirklichkeit aussieht, kann man jedes Jahr „live“ erleben.
http://www.walpurgis.de/

Sommer

Da der Sommer ohnehin die schönste Jahreszeit und damit jeden Tag eine Party wert ist, haben sich hier kaum besondere Feste etabliert. Nur ein einziger sehr alter Brauch gewinnt Jahr um Jahr wieder mehr an Bedeutung.

Sonnenwendfeiern

Wenn vom 21. bis 24. Juni die Tage am längsten sind, geht ein Festrausch durch Nordeuropa. Je nördlicher, um so höher ist der Kultstatus der kurzen Nächte. Ab einem gewissen Breitengrad, wenn die Sonne zur Mittsommernacht gar nicht mehr untergeht, werden auch die Feierlichkeiten immer ausgiebiger. In den skandinavischen Ländern glüht die Grillkohle in jedem Garten und die Häuser sind festlich geschmückt. Aber auch in Deutschland wird der Brauch gepflegt. Hier folgt man zwar meist dem Christentum, das den keltischen Brauch in den Johannistag umgetauft hat. Doch vor allem in Bayern werden in der Nacht zum 24. Juni auf vielen Bergesgipfeln große Feuer angezündet und mit Tanz und Gesang gefeiert.
http://www.stern.de/lifestyle/reise/

Spätsommer und Herbst

Winzerfeste

reife TraubenDer Erntemonat September ist in den deutschen Weinbaugebieten die Zeit der großen Winzerfeste. Vom Rheinland bis Franken und Baden Baden. So gibt es zum Beispiel in Würzburg die große Weinparade.
http://www.weinparade.de/

In Franken und am Mittelrhein sind im Herbst die Federweisserfeste beliebt. Der Federweisser wird aus den frisch geernteten Trauben gewonnen und ist ein spritziger Wein, der möglichst bald getrunken werden soll. In vielen Orten werden Federweisserfeste als Volksfeste begangen.

Eins der größten Weinfeste Deutschlands ist das Stuttgarter Weindorf, das alljährlich von Ende August bis Anfang September statt findet.
Kurze Zeit vorher ist das ganze Dorf für zwei Wochen auf dem Hamburger Rathausmarkt zu Gast.
http://www.stuttgarter-weindorf.de/

Weitere Wein- und Winzerfeste finden Sie auf der folgenden Seite:
http://www.weinfeste-xxl.de/

Kirchliche Erntedankfeste

Blumen und Früchte zum ErntedankfestEinst waren die Erntedankfeste Anfang Oktober Höhepunkte im ländlichen Leben von Deutschland. Dass sie heute kaum noch eine Rolle spielen, hat sicher mehrere Gründe. Zum einen ist dieses ursprüngliche Volksfest wie kaum ein anderes ideologisiert worden. Zunächst wurde es von der Kirche vereinnahmt. Später haben die Nazi-Ideologen das Erntedankfest zum Nationalfeiertag erklärt und innerhalb ihrer Blut-und-Boden-Politik missbraucht, so dass man sich diesem Festtag heute nur vorsichtig nähert. Zudem hat das Landleben und damit das Ernten im Allgemeinen stark an Bedeutung verloren. Allein die katholische Kirche feiert das traditionelle Fest mit großen Gottesdiensten. In katholischen Gegenden blüht es denn auch ab und an als Dorffest auf. Doch mit dem US-amerikanischen Thanksgiving Ende November wird sich der deutsche Erntedank wohl nie wieder vergleichen können.

Blütenfest Wiesmoor

Im niedersächsischen Wiesmoor hat sich ein außergewöhnlich hübsches Erntefest etabliert. Auf dem Blütenfest werden Herbstblüher nach dem Pflücken zu aufwändigen Kunstwerken zusammen gesteckt und eine Parade aus blütengeschmückten Umzugswagen durchfährt den beschaulichen Ort.
http://bluetenfest.icserver3.de/

Weiße Weihnacht

Weihnachtsmarkt - Lichterglanz und LeckereienDass Weihnachten ursprünglich auch als Sonnenwendfest gefeiert wurde, bevor die christliche Kirche ihren wichtigsten Feiertag auf dieses Datum setzte, wissen wohl die meisten. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum sich die Bedeutung dieses Festes halten konnte, obwohl der religiöse Glaube im Allgemeinen stark zurück gegangen ist.
In den längsten Nächten des Jahres und zum Beginn der kältesten Jahreszeit braucht man einfach ein wenig Licht und Freude.

Deshalb gehören die Weihnachtsmärkte mit Lichterglanz, Glühweinparty und allerlei buntem Kunsthandwerk wohl auch zu den schönsten Volksfesten des Jahres.
Ein Highlight der deutschen Weihnachtswelt ist der Nürnberger Christkindlesmarkt, der neben vielen zauberhaften Buden auch ein „echtes“ goldgelocktes Christkind zu bieten hat. Für die außerordentliche Schönheit dieses Marktes und seiner weihnachtlichen Altstadt erhielt Nürnberg vom deutschen Tourismusverband den Titel „Weihnachtsstadt Nr. 1“.
http://www.christkindlesmarkt.de/

Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands und gleichzeitig jährliche Heimat der größten Weihnachtspyramide ist der Dresdner Striezelmarkt am traumhaften Barock-Ensemble um die Dresdner Kreuzkirche.
http://www.striezel-markt.de/

Auf dem Weihnachtsmarkt in Neuss können sie ins stimmungsvoller Atmosphäre bummeln und einkaufen.
Neusser-Marktplatz.de

Und wo gibt es den überhaupt größten Weihnachtsmarkt von Deutschland? Natürlich in der Hauptstadt. Aber nicht mittendrin, sondern im schönen Stadtteil Spandau, dem einstigen Landstädtchen mit seiner hübschen Altstadt. Hier verteilen sich über 400 Buden zur weihnachtlichen Vorfreude.
http://www.partner-fuer-spandau.de/

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