Fasching, Fasnacht und Karneval

bunte Luftschlangen Alljährlich im Februar verwandelt sich ganz Deutschland in ein ausgelassenes Völkchen, ob als Narren, Jecken oder Guggen, die fünfte Jahreszeit ist ausgebrochen und Verrücktheiten aller Art sind nicht nur erlaubt sondern ausdrücklich erwünscht.

35 karnevalistische Regionalverbände organsieren das bunte Treiben von Deutschland. Ein Blick auf die Deutschlandkarte des nationalen Karnevalverbandes zeigt eindrücklich, wie viele Gemeinden Jahr um Jahr auf die tollsten Tage des Jahres hinarbeiten, damit groß und klein sich verkleiden und ausgelassen feiern kann. Vom Kinderfasching für die Kleinen bis zu Karneval und Fasnacht für die Großen steht fast das ganze Land Kopf.

Ob Rheinland, Baden-Württemberg oder Thüringen - gemeinsam ist den Narrenfesten der Umzug in antiquierter Kleidung mit viel Musik und Tanzgruppen, mit Karnevalsprinzen und fliegenden Bonbons und einem notorisch wiederholten Schlachtruf. Auch Schmähreden auf Oberhäupter und Promis fehlen nirgends, dennoch gibt es auch deutliche regionale Unterschiede.

Köln | Mainz | Düsseldorf | Schwäbisch-Alemannische Fasnet | Thüringen | Berlin

Köln – die Hochburg des rheinischen Karnevals

Karneval in KölnDie Verteilung der Regionalverbände zeigt es deutlich: Etwa die Hälfte aller karnevalistischen Organisationen liegt am Rhein. Von Nordrhein-Westfalen bis Rheinland-Pfalz erstreckt sich sozusagen die Top-Region des Karnevals. Der Beginn der Narrenzeit wird zwar schon am 11.11. ausgerufen, doch richtig los geht’s dann im Januar. Und spätestens zur Weiberfastnacht am Donnerstag vor Rosenmontag stehen am Rhein die Räder still. Die Büros sind geschlossen, und die Menschen feiern allerorts den Ausbruch der fünften Jahreszeit.

Der Kölner Rosenmontagsumzug ist der größte in Deutschland, die Prozession aus buntgeschmückten Wagen, kostümierten Karnevalsvereinen, Blaskapellen und Bonbonwerfern sind fast endlos. Regiert wird das „jecke“ Volk am „Fastelovend“ vom „Dreigestirn“ Bauer, Prinz und Prinzessin, wobei selbige in Köln ein verkleideter Mann ist. Die Weiblichkeit trumpft dafür mit Sportlichkeit und Ausdauer als „Funkenmariechen“. Die beineschwingenden Tänzerinnen halten die vielen Stunden eines langen Rosenmontagsumzugs durch, und das ist wahrlich kein leichter Job.

Seit seiner Gründung im Jahre 1823 gehören auch die Tagungen der Festkomitees zum Kölner Jeckenspaß. Aus der alten Tradition des „Rügerechts“, das es dem einfachen Mann erlaubt, sich einmal im Jahr über die Herrschenden zu beschweren, sind die respektlosen Büttenreden entstanden. Möglichst jeder Satz führt zu einer Pointe und jede Pointe erntet ein stimmgewaltiges Kölner „Alaaf“.

Mainzer Fastnacht – live beim TV-Ereignis

Karneval in MainzDie eigentliche Hauptstadt der Büttenreden ist jedoch Mainz geworden. Die Redner des Mainzer „Sitzungskarnevals“ machen vor keinem großen Namen halt, im Gegenteil, politische Respektpersonen, allen voran der Kanzler oder die Kanzlerin, sind die beliebtesten Zielscheiben des Mainzer Spotts. Der Schlachtruf heißt in Mainz „Helau“ und wird zur Karnevalszeit in Deutschlands Wohnzimmern mitgeschrieen. Denn als Heimatstadt des ZDF bestimmt „Mainz - wie es singt und lacht“ die närrische Zeit im Fernsehen.
Die Stadt hat ihrer „Fassenacht“ sogar ein künstlerisches Denkmal gesetzt. Der Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz zeigt rund 200 Figuren, die das närrische Treiben von Mainz symbolisieren.
http://www.mainzer-fastnacht.de/

Düsseldorf – Partyspaß der rheinischen Frohnaturen

Karneval in DüsseldorfDie Alternative zu den Superlativen „größter“ bzw. „medienstärkster“ Karneval heißt „Düsseldorf“. Als drittgrößter Karneval hat er wohl einige der lustigsten Narrentraditionen der Neuzeit erfunden. Etwa den „Tuntenlauf“, den „Sellerieprinz“, den „Böse Buben Ball“ oder die „Heiße Hexen Nacht“. Auch das Fernsehen kommt am Düsseldorfer Karneval nicht mehr vorbei, und damit wirklich niemand in der Stadt das närrische Treiben verpasst, sorgt der Kneipenkarneval dafür, dass die jecke Lebensart bis in die letzte Ecke dringt.
http://www.karneval-in-duesseldorf.de/

Schwäbisch-Alemannische Fasnet

Schwäbisch-Alemannische FasnetViel ländlicher und traditioneller geht’s bei der Schwäbisch-Alemannischen Fasnacht zu. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, als allerorten Karnevalstraditionen wiederbelebt wurden, orientierte man sich in Süddeutschland stark an den mittelalterlichen Traditionen. Während der rheinische Karneval gern als die letzte große Feier vor der tristen Fastenzeit verstanden wird, hat sich die alemannische Fasnacht seit ihren frühesten Ursprüngen als „Winteraustreibung“ etabliert.

Mit allerlei Spuk soll die kalte Jahreszeit und ihre Dämonen verjagt werden. Rosenmontagsumzüge sind auch hier Höhepunkt der närrischen Zeit, doch sehen sie sehr viel mystischer und archaischer aus als in nördlicheren Regionen. „Hästräger“ (Kostümträger) und „Schemmen“ (Masken) ziehen im Narrenmarsch durch die Gemeinden und machen mit allerlei Instrumenten ordentlich Krach, um die bösen Wintergeister zu verscheuchen.
Traditionelle Narrensprüche in regionaler Mundart werden von allen Beteiligten geschrieen. Und ein gemeinschaftliches „Narri Narro“ segnet die jeweilige Volksdichtung ab.
Wegen ihrer traditionellen Kostüme sind alemannische Narrenmärsche absolut sehenswert. So mancher Umzugsteilnehmer trägt das Narrenkleid seines Groß- oder gar Urgroßvaters.
http://www.fasnacht.net/

Historischer Karneval in Thüringen

Nicht jeder weiß es, aber auch in der kommunistischen DDR hat sich die Karnevalstradition erhalten und ist nach der Wende zu neuer Blüte gelangt. Der Wasunger Karneval war hier schon immer die Hochburg des Narrenfestes. Er ist zwar nicht der größte aber nachweislich der älteste Karneval von Deutschland. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1524 und belegt, dass ein Wasunger Bürgermeister seinem Volk anlässlich des Narrenfestes ein Fass Bier spendierte. Im Gegensatz zu anderen Karnevalsregenten hat sich in Wasungen ein Prinz ohne Prinzessin etabliert. Dafür wird er von zwei weiblichen Pagen sowie einem närrischen „Hüpfer“ flankiert. Der Umzug findet auch nicht am Rosenmontag sondern bereits am Samstag zuvor statt. Dann übertrumpfen sich die Wasunger Karnevalsvereine gegenseitig in der Originalität ihres Auftritts. Tradition steht hier weniger im Vordergrund als viel mehr Einfallsreichtum nach allen Richtungen. Hier reihen sich politische Botschaften und unverschämt sinnliche Kostüme zwanglos aneinander. Die Spaßparade in den mittelalterlichen Gassen von Wasungen ist vielen Karnevalisten eine Reise wert.
http://www.karnevalwasungen.de

Karneval global in Berlin

Karneval der KulturenJüngste Versuche, den Kölner Karneval in die Hauptstadt zu holen, endeten laut Beobachtern in einem etwas angestrengt verkrampften Nachahmungsversuch zum Lustigsein. Aber hat Berlin das überhaupt nötig? Längst hat sich doch hier ein Karneval etabliert, der einer Weltstadt absolut würdig ist. Nur findet er nicht im Februar, sondern zu Pfingsten statt, wo die Temperaturen eher denen vom Karneval in Rio entsprechen. Denn genauso exotisch und sinnlich geht’s dann auch in Kreuzberg zu, wo das internationale Immigrantenvolk von Berlin mal zeigt, wie man richtige Feste feiert. Heiße Rhythmen und Tänze aus aller Welt bringen nicht nur alt und jung sondern auch fremd und einheimisch zusammen. Etwa beim Bauchtanz-Ensemble der Berliner Hausfrauen oder einer deutsch-andalusischen Flamenco-Gruppe. Die drei tollen Tage von Berlin gipfeln natürlich in einem Umzug. Das Straßenfest mit vielen Konzerten und Märkten verwandelt den Stadtteil drei Tage lang in eine multikulturelle Partyzone.
http://www.karneval-berlin.de/

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