Flughäfen

Flughafen FrankfurtAuch in Deutschland wächst der Flugverkehr trotz Klimadebatte rasant. Von 2003 bis 2006 stieg auf den 19 internationalen Flughäfen Deutschlands die Zahl der Starts und Landungen von 2,1 Millionen auf 2,4 Millionen, und in 2007 war eine Verkehrssteigerung um sechs Prozent auf nunmehr insgesamt 184,7 Millionen Passagiere zu verzeichnen. Flughäfen wie die in Frankfurt am Main, Berlin-Tegel oder Düsseldorf sind fast an der Kapazitätsgrenze angelangt. Seit Jahren wächst der Flugverkehr rasant an. Die Anschläge vom 09.11.2001 hatten dabei nur einen kurzfristigen Einschnitt bei den Steigerungszahlen bewirkt.

Frankfurt hat zu den üblichen Zeiten eine Auslastung von 98,5 Prozent, in London-Heathrow liegt sie sogar bei 99,8 Prozent. Auch Düsseldorf (95 Prozent), Berlin-Tegel (90 bis 95 Prozent) und München (80 Prozent) sind hart am Limit. Viele Flughäfen sehen nur den weiteren Ausbau als Ausweg, wie das aktuelle Beispiel Frankfurt mit seiner umstrittenen vierten Startbahn zeigt.

Die höchste Kapazität an Slots - Zeitfenster, in denen eine Airline auf einem bestimmten Flughafen starten und landen darf - hat derzeit München mit 98 Starts und Landungen pro Stunde. In Frankfurt sind es 82, wobei die Nachfrage bei 100 liegen soll. In Dresden und Leipzig gibt es dagegen noch freie Kapazitäten.

Ein Blick allein auf die Auslandszahlen des Statistischen Bundesamtes macht die Entwicklung des Flugverkehrs deutlich. So reisten 2006 mit 65,7 Millionen Fluggästen rund 41,4 Millionen mehr Passagiere von deutschen Flughäfen ins Ausland als 1990 (24,2 Millionen). Somit ist das Fluggastaufkommen ins Ausland um das gut Zweieinhalbfache gestiegen.

Zahlenmäßig stark ins Gewicht fiel dabei, dass annähernd dreimal so viel Passagiere 2006 von Deutschland mit dem Flugzeug in das europäische Ausland verglichen mit 1990 reisten. Das waren im Jahr 2006 mehr als drei Viertel aller Passagiere (77,5 % oder 50,9 Millionen) mit Auslandsziel. 1990 lag dieser Anteil noch bei 73,7%. Die Zuwächse für Europa sind zum Großteil auf den Flugbetrieb neuer Flugplätze zurückzuführen, deren Angebot schwerpunktmäßig den Low-Cost-Bereich umfasst.

Zu diesen Flughäfen gehören unter anderem Hahn, Dortmund, Paderborn/Lippstadt, Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Lübeck. Sie bedienen nahezu ausnahmslos europäische Ziele und erreichten in 2007 eine Zuwachsrate von 20,8 Prozent gegenüber 24 Prozent im Vorjahr. Der Anteil am Gesamtverkehr stieg hierdurch auf 26,2 Prozent. Nur im Pauschalreiseverkehr ist die Anzahl der Passagierzahlen um 6,4 Prozent zurückgegangen.

Finanzkrise und starker Wirtschaftsabschwung hinterlassen jedoch auch auf dem Luftfahrtsektor aktuell ihre Spuren. So wird für 2009 weltweit ein auf 343 Milliarden Euro schrumpfender Umsatz in der Luftfahrtbrache prognostiziert, was einem Rückgang von 12 Prozent entspricht. Damit zeichnet sich nun auch ab, dass diese Krise größer ist als 2009, als die Umsätze nach den Anschlägen vom 11. September lediglich um 7 Prozent weggerutscht waren.

Für 2007 gab der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) in Berlin die Verkehrszahlen bekannt.

  1. 1. Frankfurt am Main 54,18  Mio.
  2. München 33,96 Mio.
  3. Düsseldorf 17,88 Mio.
  4. Berlin-Tegel 13,36
  5. Hamburg 12,78 Mio.
  6. Köln/Bonn 10,47  Mio.
  7. Stuttgart 10,32 Mio.
  8. Berlin-Schönefeld 6,33 Mio.
  9. Hannover-Langenhagen 5,64 Mio.
  10. Nürnberg 4,24, Mio.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (Disq) hat zehn Flughäfen in deutschen Großstädten nach mehreren Kriterien geprüft. Den ersten Platz belegte der Flughafen Nürnberg, gefolgt von Frankfurt und Düsseldorf. Neben Testbesuchen vor Ort wurde der Service bei Telefonanrufen und E-Mail-Anfragen bewertet. Zusätzlich wurden die Verkehrsinfrastruktur und die Flughafenausstattung anhand von mehr als 50 Einzelkriterien unter die Lupe genommen. Dabei wurden zum Beispiel die Entfernung vom Hauptbahnhof, die Parkgebühren oder die Ausstattung mit Geschäften, Restaurants und Konferenzräumen berücksichtigt Die Servicequalität der Flughäfen war nur befriedigend, nur jeder zweite bot einen guten Service. Die größten Defizite zeigten sich bei der Freundlichkeit und Motivation des Servicepersonals sowohl an den Infoschaltern als auch am Telefon. Insgesamt überzeugten die untersuchten Flughäfen mit einem breiten Angebotsspektrum an Dienstleistern und Einzelhandelsgeschäften.

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